Made with MAGIXLieber Leser dieser Seite(Quellenangaben finden Sie unter der Rubrik “Literatur”.)Operettenkönig
Der erste große Erfolg: Willy Fritsch singt Bin kein Hauptmann bin kein großes Tier. Plattenaufnahme mit vielen schönen Fritsch-Fotos
Original-Filmausschnitt aus Melodie des Herzens. Willy Fritsch singt Bin kein Hauptmann, bin kein großes Tier.Links zu weiterführendenWikipedia-Artikeln
Melodien aus Die Blume von Hawaiimit Marta Eggerth + Hans FidesserBrücke geschlagen“Ich muss oft an Dichdenken, Pali. Denn waskönnte bezeichnender fürunsere Zeit sein, als dassdas Leben des letztenOperettenkönigs, des letz-ten fröhlichen Monarchenim Reich der leichtenMuse, von Schicksals-tragödien umwittert war?... Meteorenhaft war DeinAufstieg, der letzte Meteo-renflug vor dem Unter-gang... Du gehörtest nichtzu den ‘Zigeunern’, dieohne Noten spielen. DeineLiebe galt der großen,symphonischen Musik.Weil Du das Große woll-test, hast Du im Gerin-geren Großes geschaffen.Und weil Du zugleich -welch seltene Tugend! -Deine Grenzen kanntest.” Hans Habe (13)“Gleichzeitig mit den gro-ßen Amerikanern, und frü-her als manche von ihnen,hast Du die Brücke vonder verstaubten Operettezum modernen Musical ge-schlagen. Noch halb Hu-sar, schon halb Victoria.Noch halb Paprika, schonhalb Broadway.”Hans Habe (13)Mit Meisterhand“Abraham hat ein untrügli-ches Gefühl für den Bau,für die Dynamik der Num-mern. ... Jedes Stück istrichtig geraten undgestellt. Die lyrischenSzenen, unter sich, sindwieder gestuft und aufsFeinste abgetönt. ...Außerordentlich ist dasOrchester, ein Jazz-Orchester, das vonAbraham mit Meisterhandgeformt ist, das einen gro-ßen Reichtum an Nuancen hat, und mit seinen vielenMittelstimmen Träger desmodernen Gedankens indieser Operette ist. Abra-ham ist Ungar und moder-ner Mensch. Darum ist sei-ne Musik eine Synthesezwischen ungarischer Na-tionalmusik und Rhythmendes modernen Tanzes.” Erich Urban in: BZ am Mittag, 16.8.1930 (10)“Dieser Sound ist einmalig. Es gibt in der ganzenOperettengeschichte nie-manden, der so einenKlang entfachen konnte.” Kevin Clarke (20)Einmaliger Sound“Paul Abraham war ein un-geheuer sprühenderMensch, dessen starkerungarischer Akzent seinerelativ geringen Deutsch-kenntnisse überdeckte, erwar sehr lebendig, sehrhumorvoll, ausnehmendfreundlich.”Henry Grunwald (22)Ungeheuer sprühend Schwungvoll in den BankrottAus der Nachkriegszeit gibt es nicht sehr viele gesicherte Zeugnisse über das Leben von Paul Abraham. Wahr ist wohl, dass er sich – wahrschein-lich, weil die Musik in jenen Zeiten kein finanzielles Auskommen bot – zu-nächst intensiv den Geldgeschäften widmete. Und zwar auf verschiedene Weise.Er lebte, wie es heißt, „die dunkle Seite seiner Existenz“ aus. Paul Abraham war offen-sichtlich eine Spielernatur. Und dies zeigte sich nicht nur an re-gelmäßigen Besuchen der Spielhöllen der Donaumetropole (3), sondern vor allem an riskanten Börsengeschäften. Später, in Berlin, erzählte er, er habe in dieser Zeit ein „schwunghaftes Bankgeschäft“ betrieben. (5) Der Schwung muss spätestens zu Zeiten der Inflation zum Erliegen gekom-men sein, denn – operettenhaft, wie es sich für sein Leben gehört – ging eine von ihm mit einem Teilhaber gegründete Bank Pleite. “Wie es im Leben Abrahams noch oft geschehen soll, ist das Glück auch hier nur ein Zaungast, die Bank muss liquidiert werden, der Kompagnon hat sich rechtzeitig abgesetzt und Abraham muss als einzig greifbarer Haftungsträger eine Gefängnisstrafe verbüßen.” (8) Dort im Knast wiederum soll er, so die Fama, erste Melodien zu seiner späteren Erfolgsoperette „Viktoria und ihr Husar“ komponiert haben…Die folgenden Jahre liegen weitestgehend im Dunkeln, so wie überhaupt zu Abrahams musikalischem Schaffen bis zu seiner Zeit als Kapellmeister des Budapester Operettentheaters ab 1927 wenig bekannt ist. Wohl nach seinem Absturz als Bankrotteur soll sich Abraham mit dem Dirigat von Gelegenheitskapellen in Kaffeehäusern und mit Gesangsunterricht für junge Sänger und Schauspieler über Wasser gehalten haben. Der Sammler Robert Dachs verweist in einem Beitrag, den er anlässlich einer Ausstellung 1998 in Berlin schrieb, auf einen Artikel der Wiener Zeitschrift „Tonfilm, Theater, Tanz“ aus den 30er Jahren. Dort erzählte Paul Abraham in einem Interview: "Als junger, ideal veranlagter Musiker schrieb ich Streichquartette, die mir nichts eintrugen. Meine schönsten Sonaten und Fugen brachten mir nicht den geringsten Lohn. Eines Tages war ich in einer Schallplattenhandlung, wo man einen fürchterlichen Schmachtfetzen spielte: ´Ich küsse Ihre Hand, Madame´. Die Verkäuferin aber sagte mir, dass von dieser Platte schon eineinhalb Millionen Stück verkauft seien. So begann ich, Schlager zu komponieren. In jede Operette schmuggle ich aber einige kleine Fugen hinein, denn ich habe immer großen Spaß, wenn nach der Premiere der eine oder andere ernste Musikliebhaber mir dafür dankbar die Hand schüttelt." (6)Gesungen hat das Lied “Ich küsse ihre Hand, Madame” übrigens Richard Tauber, jener Tenor, der später auch mit Abraham-Melodien erfolgreich war. Die ersten großen ErfolgeOffensichtlich hatte Abraham mit Mitte 30 endlich das gefunden, was sowohl seinem genialen Können entsprach als auch das finanzielle Überle-ben sichern konnte. Auch wenn niemand, auch nicht er selbst, den Höhenflug hätte vorausahnen können, der diesem Entschluss folgte.1927 begann Abraham als Kapellmeister am Budapesti Operettszínház (Operettentheater). Sein erster kompositorischer Erfolg kam mit der Operette „Zenebona“, für die er vier Melodien beisteuerte. Sie kamen so gut an, dass er den Auftrag für eine eigene Operette erhielt. Diese lautete „Der Gatte des Fräuleins“ und basierte auf einem Theaterstück von Gabor Drégely. In dieser musikalischen Komödie, die 1928 uraufgeführt wurde, spielte, neben etablierten Kollegen, auch die damals erst 16jährige Marta Eggerth, die als Wunderkind galt und hier den Startschuss für ihre internationale Karriere als Operettensängerin und Schauspielerin gab. (1)Den Durchbruch für Paul Abraham leitete dann 1929 eine Filmmelodie ein. Der in Ungarn gedrehte Film „Melodie des Herzens“ war ursprünglich als Stummfilm geplant gewesen. Doch just zu dieser Zeit wurden die technischen Möglichkeiten für den Tonfilm entwickelt – kurzfri-stig wurde entschieden, die „Melodie des Herzens“ als Musikfilm zu drehen. Eingängige Mu-sik musste her. Neben anderen Komponisten wurde auch Abraham beauftragt. Er „recycelte“ u.a. eine für „Der Gatte des Fräuleins“ entstandene Melodie. (2) So sang Willy Fritsch in diesem Film das Abra-ham-Lied „Bin kein Hauptmann, bin kein großes Tier“, das in Deutschland zu einem Hit wurde.Als dann auch die Operette „Viktoria“ (nach einem Theaterstück von Imre Földes) in Budapest erfolgreich aufgeführt wurde, hielt es Abraham nicht mehr in Ungarn. Auf Drängen von Ufa-Produzent Erich Pommer macht er sich, zusammen mit seiner Frau Sarolta (Charlotte) Feszelyi, auf nach Berlin, der damaligen Hauptstadt der europäischen Vergnügungssucht.Dies ist eine Website des Publizisten Klaus Waller. Alle Rechte am Text vorbehalten. Impressum - Kontakt
Richard Tauber singt: Pardon, Ma-dame aus: Viktoria und ihr Hursar
Fritz Steiner singt: Was hat der Gentlemen im Dschungel zu tunaus: Die Blume von Hawaii