Made with MAGIX(Quellenangaben finden Sie unter der Rubrik “Literatur”.)„Bekannt waren seine Be-scheidenheit, seine Vor-liebe für das Kartenspiel,seine Angst vor anstecken-den Krankheiten, die ihndazu veranlasste, ständigHandschuhe zu tragen,sein geringes Interesse fürFrauen und für die Aben-teuer des Eros überhaupt,seine kindliche Freude amReichtum, seine Leicht-gläubigkeit und Leichtfer-tigkeit, seine Präzision inder Orchestrierung, die soweit ging, dass er über-dimensionierte imaginäreOrchester mit Partiturenversorgen wollte, seineBesessenheit, sein Eiferund seine Naivität. Es ent-stand, Stück für Stück, dasBild eines genialenPsychopathen.“ György Sebestyén (7)Genialer Psychopath
Good Night, Engl. Walzer aus: Viktoria und ihr Husar, 1930
My Mama is from Yokohama - engl. Version (Viktoria und ihr Husar) mit Oskar Dénes and Barbara Diu
Lizzy Waldmüller und Oskar Dénes: Meine Mama, war aus Yokohama aus: Viktoria und ihr Husar“So finden sich in der VitaPaul Abrahams schnellerErfolg und persönliche Nie-derlage so dicht nebenein-ander wie in kaum einezweiten Biografie - ein Um-stand, der nicht nur dasLeben des Komponistenauf tragische Weise deter-minieren sollte, sondernauch Spuren in seinemBühnenwerk hinterlassenhat.”Daniel Hirschel (8)Erfolg und NiederlageLinks zu weiterführendenWikipedia-Artikeln“Abrahams harmonischeVerarbeitung von Themengeht über das gewöhnlicheRepertoire der Unterhal-tungsmusik der Zwischen-kriegszeit hinaus, insbe-sondere sind häufig Anlei-hen bei der Jazzmusikfestzustellen; dasselbe giltauch für die zumeist kom-plizierte rhythmische Ge-stalt seiner Kontrapunktik.Demgegenüber stehenmelodische Originalität und die Fähigkeit, Schlager zuerfinden. ... Die In-strumentation ist üppigerals bei den meisten Ope-retten der Zeit; verstärkteBlechbläserbesetzungen,ein bis drei Klaviere, Ban-jos, erweitertes Schlag-werk sowie ein Vokalen-semble im Orchester neh-men zeitgenössische Ten-denzen sowohl der U- alsauch der E-Musik auf.”Musik in Geschichte undGegenwart (16) Mit U- und E-MusikVon Apatin nach BudapestPaul Abraham, eigentlich Ábrahám Pál, wurde am 2. November 1892 in der Kleinstadt Apatin (heute Serbien) geboren, die damals zum österreichisch-ungarischen Reich der Habsburger-Monarchie gehörte. Über seine Kindheit wissen wir so gut wie nichts. Sicher dürfte sein, dass ihn seine Mutter, eine Klavierlehrerin, in die Welt der Musik einführte – so wie auch sein Vater, der Vizedirektor einer Bank, über seinen Beruf Einfluss auf ihn nahm – denn beide Neigungen, die zur Musik und die zum Geldgeschäft, versuchte er als junger Mann zu vereinen, was ihm ein recht aben-teuerliches Leben bescherte.Nach dem Besuch der schwäbischen Dorfschule in Apatin und dem frühen Tod des Vaters kam Abraham noch als Kind nach Budapest. Ein Musikprofessor hatte ihn in Apatin im Alter von sieben Jahren Klavier spielen gehört, und seiner Mutter den Umzug nach Budapest empfohlen, wo er ihn weiter förderte. Budapest war seinerzeit eine kulturell blühende Stadt mit einem großen deutsch-stämmigen Bevölkerungsanteil. 67 Prozent Magyaren standen knapp 24 Prozent deutschsprachige Personen gegenüber, dazu gab es noch ca. 6 Prozent Slowenen und eine ähnliche Anzahl anderer Nationalitäten. Zahlreiche Budapester orientierten sich im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts nach Österreich oder Deutschland und wanderten teilweise sogar dorthin aus – unter ihnen Paul Abraham.Eine frühe, großartige BegabungAber zunächst galt es noch, in Budapest Karriere zu machen. Abraham versuchte es in zweifacher Hinsicht: Einerseits durch den Besuch der Handelsschule und eine anschließende Banklehre, andererseits durch ein Musikstudium, zunächst am Konservatorium, dann an der Königlich-Ungarischen Musikakademie (1910-1916).Seine musikalische Begabung war früh erkannt worden, und sie war eklatant. Auf ministeriellen Beschluss durfte Abraham schon vor Erreichen des üblichen Mindestalters bei Viktor Herzfeld Musikgeschichte, Theorie und Komposition studieren. Im Fach Klavier wurde er von Albert Siklós unterrichtet. Statt der sonst üblichen fünf Jahre bewältigte Paul Abraham den dort vorgeschriebenen Stoff in drei Jahren. (1) Die Akademie soll ihn schließ-lich sogar in ganz frühen Jahren zum Professor für Musiktheorie und liturgische Musik berufen haben. (3) Über sein frühes kompositorisches Werk ist nicht sehr viel bekannt. Anfang 1916 wurde ein Cellokonzert von Abraham in der Akademie aufgeführt, im Dezember dann folgte seine Ungarische Serenade sowie ein Streichquar-tett in vier Sätzen. Mehrere seiner Werke wurden vom Budapester Philharmonischen Orchester aufgeführt. “Ein Jahr später folgt eine Messe, die sogar einen Preis erhält, der gut dotiert ist.” (8) Auch ein Requiem soll zu seinen Kompositionen gehören. Es könnte sich aber auch um dasselbe Werk handeln. Auf den Salzburger Festspielen erklang 1922 ein Streichquartett. Bei Recherchen zu einer Paul-Abraham-Gedächtnisausstellung in der Un-garischen Botschaft in Berlin wurde ein Artikel in der Zeitschrift Színházi Élet (Theaterleben) gefunden. Dort stand 1918 die Notiz, Abraham habe den bekannten ungarischen Schriftsteller Ferenc Molnár um die Überlassung seines Theaterstückes Farsang (Fasching) gebeten, um auf dessen Grundlage eine Oper zu komponieren. (1) Der Autor habe zugesagt. Die Verstexte sollte der Dichter Deszö Kosztolány übernehmen. Was aus diesem Projekt wurde, ist unbekannt.Auch ist die Rede von einer Kleinoper „Etelkas Herz“, die der junge Abra-ham komponiert und das Budapester Puppentheater 1917 aufgeführt habe. In einem Begleittext zur Ausstellung heißt es: „Die Zeitung bebilderte den Artikel mit einer geistreichen Portrait-Karikatur des temperamentvollen, beim Dirigieren regelrecht abhebenden Abraham.” (1)All dies fand 1917/1918 offenbar ein jähes Ende. Gegen Ende des Welt-krieges ging auch Paul Abraham für die Donaumonarchie als Soldat ins Feld. (4) Nach seiner Rückkehr war zunächst nichts mehr, wie es war.Dies ist eine Website des Publizisten Klaus Waller. Alle Rechte am Text vorbehalten. Impressum - Kontakt