Made with MAGIX Hot-Jazz (Quellenangaben finden Sie unter der Rubrik “Literatur”.) Links zu weiterführenden Wikipedia-Artikeln “Paul Abraham ... war der  erste, der die selbstbe-  wusste Geste des Hot-  Jazz in die Operette ein-  brachte und mit dessen  Durchschlagkraft die  Tochter der leichten Muse  enttypisierte. Interna-  tionalismen und  Exotismen halfen ihm  dabei. ... Neben dem klas-  sischen Instrumentarium  finden sich im Orchester  Originalinstrumente, so  die Hawaiigitarre zur Er-  zeugung des charakteristi-  schen Vibrato- und Glis-  sandoklanges, die Vogel-  pfeife und die zwei kleinen  Einfelltrommeln unter-  schiedlichen Durchmes-  sers, Bongos genannt.  Auch das Sousaphon ge-  hört dazu, eine kreisrunde  Tuba, die aus der  amerikanischen Jazz- und  Straßenmusik stammt.” Joachim Reisaus (3) “...Eine kleine Revolution:  Ins Orchester integriert  spielt eine komplette  Jazzband, die Akzente  gegen den süßlichen  Operettenschmelz setzt.  Abraham steigert das  klischeegefährdete Genre  ins Absurde, schreibt  avantgardistisch inspirierte  Musik, die Kritiker an  Richard Strauss, an  Strawinsky erinnert, an  Kurt Weill oder die Come-  dian Harmonists. Seine  Musik zwischen Jazz und  Czárdas, zwischen Kurfür-  stendamm und Broadway,  fremden Ländern und  schmachtender Erotik ist  wild, verrückt...”  Hans-Jürgen Fink (14) Jazz und Czárdas
Filmausschnitt Blume von Hawaii von 1953. Ballett und Gesang (William Stelling) im etwas kitschigen Stil der 50er Jahre. Originalgestalt “Erst wenn es wieder  Regel wird, die Werke  Abrahams nach zahlrei-  chen, fragwürdigen Bear-  beitungen in der musi-  kalischen Originalgestalt  aufzuführen, kann seine  kompositorische Leistung  in vollem Umfang erkannt  und aufgezeigt werden.”  Musik in Geschichte und Gegenwart (16)
Bruce Low singt 1953 Ein Paradies am Meeresstrand Gitta Alpar singt La Bella Tangolita im Film Ball im Savoy
Zeitgeschichte - frivol kommentiert Paul Abraham lebte nach seiner Flucht aus Deutschland 1933 wieder in seiner ungarischen Heimat. Dort hatten die Nazis (noch) nichts zu sagen, und er konnte hier, wie im nahen Wien, weitere Werke auf die Bühne bringen und für den Film arbeiten. Allein im Jahr 1937 soll Abraham in Budapest sechs (!) komplette ungarische Operettenfilme komponiert haben. (11) Arbeitsmäßig blieb also, auch was das Pensum betrifft, alles beim Alten. Aber die Zeit der überregionalen Triumphe war vorbei. Zwar waren die Premieren seiner Operetten „Märchen im Grandhotel“ (1934), „Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus“ (1935) und „Roxy und ihr Wunderteam“ (1937) in Wien durchaus erfolgreich. Doch war dies alles kein Vergleich zu den triumphalen Erfolgen seiner Berliner Zeit. Immerhin: Er setzte sich mit seinen Werken auch mit den aktuellen Geschehnissen auseinander. “Nachdem er erst mit dem ‘Märchen von Grand Hotel’ eine weitere transatlantische Operette geschrieben hatte ..., komponierte Abraham 1937 mit ‘Roxy und ihr Wunderteam’ ein Werk, das alle Ideale der ‘authentischen’ Operette noch einmal mustergültig vorführt, Zeitgeschichte frivol kommentiert und ein Jahr nach der Olympiade die neuen deutschen Ideale von Reinheit, Tugend und Rasse durch den Kakao zieht. Es geht um eine Fußballmannschaft, die versucht, sich im Trainingslager aufs nächste Spiel vorzubereiten, ohne Sex, ohne Alkohol. Nur dem Sport und dem Sieg geweiht. Das geht so lange gut, bis elf Damen vom Turnverein auftauchen (mit dem gleichen Trainingsauftrag). Innerhalb kürzester Zeit bricht das heroische Menschenbild à la Leni Riefenstahl zusammen und ein wildes Liebesspiel beginnt.” (10) Der Titel ist eine Anspielung auf das so genannte österreichische “Wunderteam”. Die Fußball-Nationalmannschaft hatte in den Jahren 1931/1932 mehrere sensationelle Siege errungen. Einige Spieler des Teams standen dann auch in der ersten “Sportoperette” auf der Bühne. (19). Über Paris und Havanna in die USA 1939 holten die politischen Verhältnisse Abraham auch in Budapest ein. Österreich war schon ins Reich „heimgekehrt“, die faschistischen Umtriebe hatten jetzt auch Ungarn erreicht. Paul Abraham ging nach Paris – ohne seine Frau, die in Budapest blieb und die er erst mehr als 15 Jahre später wiedersehen sollte. Dennoch tauchte er in Paris mit weiblicher Begleitung auf - Yvonne Louise Ulrich. Durch Abraham lernte sie hier in den Emigrantenkreisen auch Robert Stolz kennenlernte, dessen fünfte Frau sie (mit dem Rufnamen “Einzi”) später wurde. In Paris konnte Abraham ein Jahr in relativer Ruhe leben und arbeiten. Gegenüber seinem früheren Arbeitspensum aber blieben die Aufträge hier bescheiden: Er erhielt (von Regisseur Jean Boyer) lediglich den Auftrag über die Filmmusik  für den französischen Streifen Serenade (mit Lilian Harvey und Louis Jouvet). Doch auch aus Paris musste Abraham vor den Nazis fliehen. Über Casablanca und Havanna, wo er fast ein Jahr weilte, gelangte Abraham schließlich nach Miami. Von dort fuhr er mit der Eisenbahn nach New York. “Das war acht lebenswichtige Dollar billiger als die direkte Schiffspassage.” (11) Abraham, abgeschnitten von allen Tantiemen- zahlungen, war so mittellos, dass sein ungarischer Freund Paul Alexander (Alexander Pál) die Kaution von 500 Dollar hinterlegen musste, ohne die eine Einreise Abrahams in die USA unmöglich gewesen wäre. Rosy Barsony, Hauptdarstellerin von Rox und ihr Wunderteam Plakat zur "Tonfilm-Operette"Ein bisschen Liebe für dich" Lilian Harvey 1928  Dies ist eine Website des Publizisten Klaus Waller. Alle Rechte am Text vorbehalten. Impressum - Kontakt
Hans Fidesser: Ein Paradies am Meeresstrand aus: Die Blume von Hawaii (1933)