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Gitta Alpar singt In meinen weißen Armen im Film Ball im Savoy “Wenn Abraham dirigierte,  gab er den einzelnen In-  strumentalgruppen, ohne  dies vorher detailgenau  konzipiert zu haben wie  etwa Franz Lehár, spontan  und zufällig ihre Einsätze.  Die in das Orchester inte-  grierten Pianisten hatten  bei der Ausführung ihres  Parts völlig freie Hand, der  Jazz bot dazu hinreichend  Möglichkeit.”  Daniel Hirschel (8) Spontane Einsätze Rosy Barsony, Oskar Denes ... die zierliche Rosy Bar-  sony, dieser Ausbund an  Temperament und tänzeri-  scher Beschwingtheit, stets den Schalk im blonden  Nacken, ob sie nun in gro-  ßer Toilette oder in Frack  und Zylinder die hun-  derttausend Teufel ihrer  zündenden Ausgelas-  senheit entfesselt. Eine  Operettensoubrette aller-  ersten Ranges, wie es lan-  ge keine gegeben hat.  Aber sie hat an Oskar Dé-  nes ... auch einen nicht all-  täglichen Partner. Seine  schlagfertige Lustigkeit,  sein tänzerischer Elan, sei-  ne pointierte Vortragskunst  (Spezialität Lachsongs) ha- ben seit Giampietros Ta-  gen ihresgleichen nicht  mehr gehabt. In  seiner Art,  allerlei Unsinn heraus-  zusprudeln, ist er ein Wall-  burg der Operette.”  Berliner Morgenpost, 25.12.1932 (8) Eines der wenigen Bild/Ton-Doku- mente des Dirigenten Abraham. Bitte entschuldigen Sie den stören- den Schriftzug,
Oskar Dénes und Lizzi Waldmüller singen Mausi, süß warst du heute Nacht aus Viktoria und ihr Husar Abgesang mit Kanzler und Ministern „Viktoria und ihr Husar“ lief bald überall in Deutschland. 1932 wurde die Operette (wie später auch die folgenden) unter Abrahams musikalischer Leitung verfilmt. Aber die „Viktoria“ war erst der Anfang. Es folgten die besagten Filmmusiken (u.a. eine Arie für den weltbekannten Tenor Jan Kiepura in „Die singende Stadt“) und vor allem dann, 1931, die neue Operette „Die Blume von Hawaii“, die den Erfolg der „Viktoria“ noch übertraf. Die Operette wurde am 24. Juli 1931 in Leipzig uraufgeführt und feierte danach auch in Leipzig Triumphe. Es war eine “Revueoperette der Oberklasse” (21) Einige der dort eingebetteten Lieder, wie „Bin nur ein Jonny“, „My golden Baby“, „My little Boy“ oder „Du traumschöne Perle der Südsee“ wurden zu Evergreens, bis auf den heutigen Tag. Die Premiere von „Ball im Savoy“ fand dann am 23. Dezember 1932 gleich in Berlin statt. Es war das kulturelle Ereignis in den letzten Tagen der  Weimarer Republik. Kanzler Kurt von Schleicher mit Ministern sowie jeder, der in Berlin einen Namen hatte, war anwesend. Auf der Bühne brillierten Gitta Alpar, Rosy Barsony und Oskar Denes. Die Lieder – wie etwa „Es ist so schön, am Abend bummeln zu geh’n“, „Wenn wir Türken küssen“ oder „Toujour l’amour“ - wurden umjubelt, der Beifall wollte kein Ende nehmen. „Nach Mitternacht zieht Gitta Alpar mit dem gesamten Ensemble und mit bunten Lampions durch den arenenartigen Zuschauerraum – und alle singen gemeinsam das Lied ‘Toujour l’amour’.“ (1) Flucht - und dann auch noch Verrat Ein so sensibles Gespür für den “Zeitgeist der frühen Dreißiger konnte aber schwerlich ignorieren, was sich rings um die Operettenbühnen in Berlin zusammenbraute. Faschistische Komparsen griffen Paul Abraham ungeniert im Filmstudio an, andere Nazis verwehrten ihm den Zutritt zu seinem ‘Ball im Savoy’ im Großen Schauspielhaus (der jüdischen Rotters!). Umso hektischer stürzte er sich in seine diversen Arbeiten oder aber nächtelang in die Ablenkungen von Bars, Cafés und Spielkasinos oder sexuellen Abenteuern, die ihm allesamt seine latenten Depressionen vertreiben sollten.” So der Publizist Moritz Pirol. (11) Nur gut einen Monat nach der sensationellen Premiere vom “Ball im Savoy”, am 28. Januar 1933, trat Kurt von Schleicher zurück. Am 31. Januar übernahm Adolf Hitler das Amt des Ministerpräsidenten. Abraham  musste mit seiner zwischenzeitlich wieder in Berlin weilenden Frau überstürzt nach Budapest fliehen. Zwar gab es im März und April noch die deutschen Kinostarts von “Die Blume von Hawaii”, doch danach kamen die Abraham- Werke auf den Index. (11) Sein Vermögen wurde von den National- sozialisten beschlagnahmt. Abraham übergab vor seiner Abreise seinem Chauffeur, dem er vertraute, den Schlüssel zu seinem Safe, in dem 200 unveröffentlichte Kompositionen lagerten. Der Chauffeur aber verkaufte die Noten nach und nach an „arische“ Komponisten, sie wurden unter deren Namen veröffentlicht. (12) So blieben der nun verfemte Komponist und seine Melodien unerkannt weiter im Nazi-Deutschland präsent. Offiziell aber gab es Abraham im „Dritten Reich“ nicht mehr. Gitta Alpar Filmplakat zu Ball im Savoy  Dies ist eine Website des Publizisten Klaus Waller. Alle Rechte am Text vorbehalten. Impressum - Kontakt